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Transkript

00:12

Ich glaube, ich weiß, was kommt.Weshalb kann Nachhaltigkeit ein profitables Geschäftsmodell sein?

00:19

Nachhaltigkeit ist ein Riesenthema.Wo soll ich anfangen?

00:24

Ich glaube, das Thema als Geschäftsmodell zu sehen, ist viel zu wenig.

00:31

Nachhaltigkeit beziehungsweise eine nachhaltige Lebensweise und damit Ressourcenschonung und so weiter, sollte ein Lebensmotto sein, was wir als Gesellschaft gemeinsam tragen sollen und müssen.

00:49

Warum?Weil wir einfach sehen, es ist der Need da.Also dieses Thema, was jetzt im Moment am Tisch ist, durch die Entwicklungen, die wir in Amerika sehen mit Trump oder auch in Europa, durch den Industrial Green Deal oder den Green Deal vorher.

01:11

Es gibt einfach momentan ein bisschen so das Gefühl, es entwickelt sich ein Rückwärtstrend und ich möchte das gerne entkräften.

01:20

Ich habe nicht den Eindruck, dass das der Fall ist.

01:23

Und auch die Frage: Müssen wir nach wie vor nachhaltig wirtschaften?

01:28

Ja.Noch dazu ergänzend: Wir müssen nicht nur nachhaltig wirtschaften, sondern nachhaltig leben, weil einfach unsere Welt bestimmte Ressourcen zur Verfügung hat.

01:39

Und wir sehen ja, wenn wir so weitertun, wie wir jetzt tun, geht sich das nicht aus.

01:45

Für die Menschheit nicht, für die Gesellschaft nicht, für unseren Planeten nicht.

01:49

Und deshalb, das allein als Geschäftsmodell zu betrachten, ist viel zu wenig.

01:54

Natürlich müssen wir in der Wirtschaft, in der Industrie darauf achten, dass es ein Geschäftsmodell wird.

02:02

Und da ist es ganz ganz wesentlich, es in die generelle Businessstrategie mit einzubetten und es nicht irgendwo zu parken in einer Sustainability-Abteilung und zu sagen: „So, Sustainability Management Team, ihr seid jetzt verantwortlich, dass wir Sustainable wirtschaften.“ Das wird nicht funktionieren, sondern da braucht es einen Mindset Top-down.

02:25

Das ist etwas, was in der Strategie, in der Business-Strategie ganz oben mit verankert werden muss.

02:31

Gleichzeitig braucht es aber den Mindset in uns allen.

02:36

Die Lösung kann nur gemeinsam gelingen.Also es kann nicht sein, dass nur die Industrie oder nur die Politik oder nur die NGOs oder nur bestimmte Gesellschaftsgruppen dafür verantwortlich sind, sondern wir sind alle dafür verantwortlich.

02:52

Und wenn wir bei uns selber beginnen, im Kleinen, macht das am Ende einen riesigen Unterschied aus.

02:59

Alleine, um ein Beispiel zu geben, ich komme ursprünglich aus der Lebensmittelindustrie.

03:05

Alleine seine Ernährungsweise umzustellen, hin zu einer vegetarischen oder zumindest flexitarischen Ernährungsweise, macht einen wahnsinnigen Unterschied aus im Vergleich zu tatsächlich den Fokus auf tierische Lebensmittel zu legen.

03:21

Und das sind eigentlich Kleinigkeiten, wo jeder einen Beitrag leisten kann,der ganz, ganz, ganz wesentlich ist.

03:30

Und so gelingt sicherlich der Unterschied.Und ja, wir brauchen Nachhaltigkeit auch in Zukunft.

03:38

Du hast auch gesprochen von Silos und dass diese Diskussionen, gerade auf politischer Ebene, NGO-Ebene, oft in Silos ablaufen.

03:46

Magst du dazu vielleicht noch kurz etwas sagen?Genau.

03:49

Meine Beobachtung ist, wir müssen hier breiter denken und aufmachen.

03:53

Es reicht nicht, wenn einzelne Stakeholder-Gruppen in ihren Silos das Thema betrachten oder bearbeiten, weil da ist es meistens so, dass man dann genau die andere Stakeholder-Gruppe dafür verantwortlich macht.

04:06

Die NGOs zeigen auf und adressieren die Wirtschaft.

04:11

Die Wirtschaft adressiert die Politik.Die Politik wiederum sagt, es ist auch ein gesellschaftliches Thema und es muss uns gelingen, als Menschheit, die Silos aufzubrechen und das zu vereinen.

04:26

Nur dann schaffen wir eine gemeinsame Strategie.Und wir sehen ja auch, das Thema muss global gedacht werden.

04:33

Also es reicht nicht, wenn da Europa vorangeht.Da müssen die USA mitziehen, da muss China mitziehen.

04:39

Das ist ganz, ganz wesentlich, dass man hier den globalen Approach hat.

04:43

Und im Kleinen beginnen heißt bei uns beginnen und das Ganze weiter zu transportieren, ist der Weg, der sicherlich dann tatsächlich die Veränderung herbeiführt.

04:55

Und da zähle ich auch ganz stark auf die Jugend, die jungen Generationen, die wachsen schon ganz anders auf, die kriegen das in den Schulen vermittelt, die haben einen viel wertschätzenderen und anderen Umgang mit dem Thema, die fordern das auch tatsächlich ein.

05:11

Und ich glaube, dass mit der Generation Großes möglich ist.